Hilft in Krisen reden?

Deutschlands Schulen sind verpflichtet, regelmäßig die Evakuierung des Gebäudes zu üben. Dies ist wichtig. So können Opfer bei Brandfällen vermieden werden. Gemessen daran, dass Schulen in Deutschland sehr selten brennen, hingegen Suizide tragisch häufiger erfolgen, erstaunt es, das Suizidprävention nahezu nie in Schulen angeboten wird. Die FCGS hat dies geändert. Hierzu holten wir am 06.11. 2019 multiprofessionelle Expertise ins Haus: Statt Themen wie „Suizid“ oder „Depression“ zu tabuisieren, informierten uns Akteure aus der LVR-Klinik, dem evangelischen Schulreferat, der Telefonseelsorge, dem schulpsychologischen Dienst und der Notfallseelsorge. In mehreren thematischen Workshops erhielten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Einblicke in die komplexen Arbeitsfelder unserer Gäste. So wurde gefragt: Wieso bringt sich jemand um? Gibt es Anzeichen, die einen Suizid ankündigen? Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich selbst nicht mehr ein- noch aus weis oder so jemanden kenne? Rufen auch Leute aus Spaß die Telefonseelsorge an? Wie geht es einem Lokführer, nachdem er einen Suizidenten überrollte? Besonderen Eindruck machte ein Patient, der von seinem Erleben der Depression hautnah berichtete.

 

 

Natürlich betrifft Suizidprävention nicht nur Schülerinnen und Schüler. Auch Eltern und Lehrkräfte lässt dieses Thema nicht kalt. Darum beantworteten abends die Expertinnen und Experten auf einem Podium die Fragen der Erwachsenen.

Wir wollen für das Leben begeistern. In unserer Life Academy widmeten wir uns diesmal ganz grundlegend den Voraussetzungen, um sich dem Leben zuzuwenden, damit Begeisterung dafür wachsen kann. Denn eines lehrte uns dieser besondere Tag: Reden hilft in Krisen.